Das Grundstück

Um bauen zu können, braucht man zuerst natürlich ein Grundstück. Wichtiger Bestandteil eines Grundstücks sind (neben Fläche und Lage desselben) die Grundgrenzen. Grenze ist nicht gleich Grenze. Es gibt zwei
gänzlich verschiedene Arten von Grundstückskatastern, in denen die Grenzen eingetragen sein können. Den (Grundsteuer-)Kataster und den Grenzkataster.

Bis zum Vermessungsgesetz 1968 hieß der Kataster Grundsteuerkataster, weil er seit der Anlegung des Katasters im Jahre 1817 hauptsächlich die Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer lieferte. Die Eintragung der Grenzen im Grundsteuerkataster ist nicht verbindlich - rechtlich maßgeblich sind die in der Natur vorhandenen Grenzen. Für die Bereinigung von Grenzstreitigkeiten von Grundstücken des  Grundsteuerkatasters sind die Gerichte zuständig. Für (noch) im Grundsteuerkataster liegende Grundstücke ist deshalb auch eine „Ersitzung" möglich.

Grundstück

Im Gegensatz zum Grundsteuerkataster ist der Grenzkataster zum verbindlichen Nachweis der Grenzen der Grundstücke bestimmt. Die Grenzpunkte sind im System der Landesvermessung unter Anschluss an das amtliche Festpunktfeld vermessen und koordiniert und können jederzeit in der Natur wiederhergestellt werden. Die Zustimmung der Eigentümerinnen/Eigentümer der angrenzenden Grundstücke zum Verlauf der Grenzen ist jeweils Voraussetzung für die Eintragung in den Grenzkataster. Wird eine Grundstück „grenzvermessen", werden deshalb auch alle Nachbarn zur Vermessung eingeladen. Diese müssen den tatsächlichen Grenzverlauf im Zuge der Grenzvermessung mit Unterschrift bestätigen. Die Unterschriften sind im technischen Operat des Vermessungsamtes archiviert. Für eine Wiederherstellung von streitigen Grenzen aufgrund der Unterlagen des Grenzkatasters ist das Vermessungsamt zuständig. Eine Ersitzung von grenzvermessenen Grundstücken (oder Teilen) ist nicht mehr möglich.

In der planlichen Darstellung werden die Grundstücksnummern der Grundstücke des Grenzkatasters unterstrichen dargestellt (z.B. 555/1 oder 555/1) die Grundstücke, welche sich noch im Grundsteuerkataster befinden, ohne Unterstreichung (z.B. 555/1). Im Grundbuchsauszug steht bei grenzvermessenen Grundstücken ein „G" im A1 Blatt.

Eine Verpflichtung zur Grenzvermessung besteht nicht. Auf Antrag der Grundeigentümer sind Grenzvermessungen und Grenzverhandlungen durchzuführen (§ 34 Vermessungsgesetz - VermG). Durchgeführt werden solche Verfahren von Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen, auch Zivilgeometer genannt. Eine Liste dieser berechtigten Firmen finden sich unter „http://www.bsik.at/vermessen/mitglieder_html" oder „http://www.zt.co.at/baik".

Für eine Grundstücksteilung ist es jedoch nicht notwendig, ein Grundstück grenzvermessen zu lassen. Ein „einfacher" Vermessungs- und Teilungsplan reicht jedenfalls aus, allerdings mit der Einschränkung, dass die Grenzen (wie schon erwähnt) nicht verbindlich im System der Landvermessung festgelegt werden. Ein nicht unerheblicher Punkt ist auch der unterschiedliche Preis für diese unterschiedlichen Leistungen. Eine Grenzvermessung kostet auf alle Fälle mehr als eine einfache Grundvermessung. Ein Ingenieurbüro oder ein Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen (Anm.: das ist ein Unterschied!) hilft Ihnen sicher gerne bei Ihren Fragen weiter.

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