Regenwassernutzung im Konflikt mit geforderter Regenwasserspitzenvermeidung


Immer öfter kommt es auf Grund fehlerhafter Ausführung von Retentionsschächten oder falschem Verständnis von Bescheidauflagen zu Konflikten innerhalb der Nachbarschaft.

Auf Grund der immer weiter zunehmenden Versiegelung von Oberflächen durch unterschiedlichste Arten von Bebauungen wird es immer wichtiger, auf die ordnungsgemäße Ableitung von Niederschlagswässern zu achten. Grundsätzlich gilt - wie schon immer - der Grundsatz, dass die auf dem Grundstück anfallenden Niederschlagswässer auch auf eben diesem Grundstück zur Versickerung gebracht werden müssen. Das Ableiten auf öffentliche Flächen oder gar „zum Nachbarn" ist nicht gestattet.

Der schon erwähnten zunehmenden Versiegelung von Flächen wird insofern durch die Baubehörde Rechnung getragen, als nunmehr Versickerungsflächen (z.B. Rasenmulden) oder, sollten diese nicht in ausreichendem Ausmaß zu Verfügung stehen, Versickerungs- oder Retentionsschächte behördlich vorgeschrieben werden. Die Dimensionierung dieser Bauwerke wird im Bauverfahren besprochen (z.B. bei der Bauberatung) oder bei der Bauverhandlung vorgeschrieben. Auf die ordnungsgemäße Ausführung ist allergrößter Wert zu legen; falsch errichtete Rückhalte- oder Versickerungsanlagen stellen eine Gefahr für Hab und Gut dar. Ein möglicher Regress einer Versicherung kann nicht ausgeschlossen werden.

Der Versuchung, aus einem Rückhalteschacht eine Zisterne zu machen, sollte seitens der Bauherren widerstanden werden. Zisternen haben zum Zweck, Regenwasser zu fangen und für später zu erhalten. Im Gegensatz dazu haben Versickerungs- und/oder Rückhalteschächte den Zweck ,Abflussspitzen bei Starkregen abzufangen und den Abfluss zu vergleichmäßigen, um die Natur nicht „zu überfordern".

Natürlich ist auch eine Kombination beider Systeme möglich, jedoch darf das Rückhaltevolumen nicht unter den vorgeschriebenen Wert reduziert werden. Als Bemessungswert ist für Ligist mit einer Niederschlagsmenge von 50 l/m² versiegelter Fläche zu rechnen, wobei jedoch - je nach Bebauung - das Hauptaugenmerk auf die Dachfläche zu legen ist.

Hierzu ein beispielhaftes Rechenmodell: Eine Dachfläche von 120 m² ergibt einen Bemessungswert für die Rückhaltemenge von 6000 l = 6 m³. Dieses Rückhaltevolumen ist jederzeit zur Verfügung zu stellen. Wird nun zusätzlich eine Regenwasserbevorratung gewünscht, ist zusätzlich eine Zisterne zu errichten, wobei das auch durch ein einziges Schachtbauwerk geschehen kann, wenn das Rückhaltevolumen trotzdem zu Verfügung steht.

Hinweis: Wenn Ihr Rückhalteschacht ohne Regen voll ist, dann ist damit etwas nicht in Ordnung. Ihr Bauunternehmen oder die Bauberatung der Gemeinde stehen Ihnen hier für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

Information aus dem Bauamt

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